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Kunst im November: Blick zurück nach vorn

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München von Karl Hubbuch. Zu sehen im Lenbachhaus
München von Karl Hubbuch. Zu sehen im Lenbachhaus © Karl Hubbuch-Stiftung / Städtische Galerie Karlsruhe 2020

Im November lernen wir in Münchens Museen aus der Vergangenheit für die Zukunft. Mit Haus der Kunst, Muffathalle, Lenbachhaus u.v.m.

Das Lenbachhaus präsentiert bis zum 16.4. die Ausstellung Kunst und Leben 1918 bis 1955. Im Zentrum der Ausstellung stehen Lebensläufe und Schicksale von Künstler*innen während der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Die vielfältigen Kunstwerke und Biografien berichten von erfolgreichen, unterbrochenen und vollständig abgebrochenen Karrieren, von Widerstand und Anpassung, von Verfolgung, Exil und Ermordung. Ein Nebeneinander verschiedener Strömungen prägte den gewählten Zeitraum. Das Zeitgeschehen und dessen institutionelle Bedingungen werden parallel zu den Lebensläufen untersucht; auch künstlerische Positionen, die den NS-Ideologien nahestanden, werden nicht ausgeklammert. Die Schwerpunkte orientieren sich an der Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte des Lenbachhauses. Damit ergibt sich ein Fokus auf die Stadt München innerhalb nationaler und internationaler Phänomene. Neben vertrauten Werken des Lenbachhauses werden Neuankäufe und kürzlich restaurierte Werke präsentiert; gezielte Leihgaben vervollständigen die Präsentation. Mit Werken von Jussuf Abbo, Rudolf Belling, Maria Caspar-Filser, Gabriele Münter, Franz Radziwill u.v.m.

Am 11. und 12.11. wird das Haus der Kunst die dritte Ausgabe von Super BOOKS ausrichten. An zwei Tagen zeigen Künstler*innen, Gestalter*innen und alternative Verleger*innen ihre autonomen Produktionen. Super BOOKS wurde 2019 im Rahmen der von Sabine Brantl kuratierten Ausstellung „Archives in Residence: AAP Archiv Künstlerpublikationen“ erstmalig veranstaltet. Das Projekt sieht sich in der Tradition unabhängiger, individueller Orte für Künstlerpublikationen, die sich seit den 1960er-Jahren im Umfeld der interna - tionalen, post-avantgardistischen Kunstszene gebildet haben. Radio 80000 wird während der Veranstaltung sein Studio in der Nordgalerie des Haus der Kunst aufbauen und live ein Programm mit DJs, Performance und Sound senden. Am 11.11.22 ab 21 Uhr wird Cosmica Bandida im Rahmen von Super Books 3 performen. Das Künstlerduo spielt experimentellen lo-fi Cumbia.

Selbe Zeit, anderer Ort – 11. - 13.11. Muffathalle: Wie werden in einer nahen Zukunft die Grenzen des Körpers und seiner Identität neu definiert? Mit ihrer interaktiven digitalen Installation Eve 2050 lädt Isabelle Van Grimde und ihre Kompanie Van Grimde Corps Secrets das Publikum zu einer künstlerischen Reflexion über die Zukunft von Mensch und Körper in einem Zeitalter digitaler Technologie, biomedizinischer Fortschritte und künstlicher Intelligenz ein. Eve 2050 erzählt die Geschichte von Eve, die sich mittels der Interaktionen von Zuschauer*innen und Performer*innen ständig verändert. Eve steht dabei symbolisch für den zukünftigen Menschen: männlich, weiblich, transgender, Kind, Erwachsener, ein durch Technologien erweiterter oder mit anderen Spezies hybridisierter Körper. In der LivePerformance teilen sich Performer*innen und Zuschauer*innen einen Raum, der eine fast kontemplative Atmosphäre versprüht. Unterstützt von einer einnehmenden Musikkomposition, Bildern und der Bewegung im Raum enthüllen sich vor unseren Augen die vielfältigen Facetten des menschlichen Körpers. Eve 2050 ist das Ergebnis jahrelanger Recherchen von Van Grimde Corps Secret und Interviews mit Forscher*innen, Wissenschaftler*innen, Philosoph*innen und Spezialist*innen, deren Arbeit sich auf den Körper bezieht. Performances: 11. und 12.11. 19:00 Uhr.

Selber Ort, andere Zeit: Mit experimentellen bio(techno)logischen Performances und Medienkunst-Installationen hinterfragt die Muffathalle von 16. -20.11. mit dem zweiten gREen-Festival unter dem Motto De/Growth, welche Aspekte bei der Rede vom ‚grünen Wachstum’ unterbelichtet bleiben. Im Spannungsfeld von Kunst, Natur und Wissenschaft gehen die künstlerischen Positionen bei gREen jenseits des grassierenden ‚Greenwashing’ der zunehmend unkritisch akzeptierten Symbolik von ‚Grün’ auf den Grund – als RE-Mix und RE-Evaluierung von Widersprüchen und Paradoxien. Ist wirtschaftliches Wachstum wirklich so unbegrenzt wie es die pflanzliche Metapher suggeriert? Mit dabei ist die slowenische Künstlerin Špela Petrič, das französische Kollektiv Disnovation.org und die lettischen Medienkünstler Rasa Smite & Raitis Smits.

Was haben die Römer gesehen, wenn sie nachts feierten, arbeiteten, lebten, liebten? In der Sonderausstellung Neues Licht aus Pompeji in der Staatlichen Antikensammlung (8.11.2022 - 2.4.2023) geht es um Kunstlicht und Lichtkunst in der Antike. Bronzene Öllampen, Kandelaber und Fackelhalter aus Pompeji zeigen uns die Beleuchtung von damals.

Zu guter Letzt blicken wir noch in die Galerie Bezirk Oberbayern. Die Ausstellung Berg und Tal mit Werken der Künstler Jakob Steiger und Christian Heß zeigt, wie sich mit Erhöhungen und Vertiefungen neue Werke und Betrachtungsebenen in der Kunst erschaffen lassen. Mithilfe von Holz, Gips und Malerei, aber auch der Fotografie und der digitalen Bildbearbeitung eröffnen die Künstler neue Sichtweisen auf uns bereits vertraute Umgebungen oder bekannte Bilder. Sie laden die Betrachtenden ein, das Unbekannte im Bekannten zu erkunden – visuell und haptisch.

Noch bis 20. November findet in der Rathausgalerie das Projekt „I Have No Words - There Is No Title / Ich finde keine Worte – Es gibt keinen Titel“ (auf Ukrainisch: У мене немає слів – без назви) statt. Die Kunsthalle wird hier zu einem Raum der Produktion, der Präsentation und der Zusammenkunft, der sich stets verändert. Ein Ort entsteht, wo sich Kunstschaffende und Publikum begegnen; wo sich Künstler*innen, Initiativen und Institutionen aus München und der Ukraine austauschen. Der Titel verweist auf die Offenheit der Prozesse und Momente der Sprachlosigkeit an - gesichts der aktuellen Situation in der Ukraine. Das Gesamtprogramm wurde kuratiert von Lena von Geyso und Bohdana-Yaryna Topilko. In Zusammenarbeit mit diversen Münchner Kulturinstitutionen finden Konzerte, Performances, Kinoabende, Workshops, Gespräche und Fachveranstaltungen statt. In interaktiven Installationen und Aktivierungen sind Besuchende jeden Alters eingeladen, mitzumachen und sich zu beteiligen.

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