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Kunst im Dezember: Meisterschaft von Welt

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Mit Beckmann in die Ferne schweifen. „San Francisco“ zu sehen in der Pinakothek der Moderne.
Mit Beckmann in die Ferne schweifen. „San Francisco“ zu sehen in der Pinakothek der Moderne. © Beckmann / Pinakothek der Moderne

Während im fernen Unrechtsstaat Katar für die Galerie gespielt wird, kann man es sich hier einfach machen und abseits des Fußballs einfach direkt ins Museum gehen.

Starten wir unseren Rundgang in der Pinakothek der Moderne mit der Ausstellung Departure – Max Beckmann (Seit 25.11. – 12.03.2023). Aufbruch und Reise als existentielle Grunderfahrungen stehen hier erstmals im Mittelpunkt einer Max Beckmann gewidmeten Ausstellung. Sein Leben war geprägt durch tragische Erfahrungen von Krieg und Entwurzelung, von Transit und Exil, aber auch von mondänen Urlaubsreisen, von Freiheitsdrang und Reisesehnsucht - inspiriert durch Lektüre und Mythos. Seinem ersten Triptychon verlieh Beckmann den vieldeutigen Titel DEPARTURE, der namensgebend für diese groß angelegte monografische Sonderausstellung ist.
Etwa 70 Leihgaben aus bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen in Europa und den USA zeigen die enorme Bandbreite der Bildmotive und -ideen des Reisens und ergänzen den größten europäischen Gemäldebestand Beckmanns, der sich in der Sammlung Moderne Kunst befindet.
Erstmals können auch zahlreiche unbekannte Materialien und Dokumente wie Fotoalben, Einreisepapiere, Ansichtskarten und Filme präsentiert werden. Im Rahmen eines umfangreichen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramms werden Lesungen und Konzerte in der Ausstellung stattfinden. Das genaue Programm finden Sie hier.

Die wegweisende Künstlerin Joan Jonas (*1936) hat durch ihr konstantes Experimentieren mit Performance, Video und Installation zahlreiche Generationen an Künstler*innen beeinflusst. Das Haus der Kunst zeigt bis 26.2.2023 die bisher umfangreichste Einzelausstellung in Deutschland, die Jonas’ Ansatz der transnationalen Zusammenarbeit reflektiert und ihre dynamische Praxis der Transformation zwischen Medium und Zeit entlang wiederkehrender Themen nachzeichnet.
Die Ausstellung versammelt historische Schlüsselwerke, die jeweils Wendepunkte in Jonas’ Schaffen markieren.
Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei Performances von Jonas: Mirror Piece I & II (1969/2018), in der Jonas das wiederkehrende Motiv des Spiegels in ihr Werk einführte, um Machtstrukturen des Blickes und geschlechtliche Rollenbilder zu thematisieren. Die Performance schlägt damit den Bogen zu zahlreichen Werken der Ausstellung. In der europäischen Erstaufführung von Out Takes: What The Storm Washed In (2022) vereint Jonas Videoaufnahmen mit Live-Musik, Text und Performance.

Das Museum Villa Stuck zeigt unter dem Titel Dayanita Singh – Dancing with my camera (bis 19.03.2023) die bisher umfassendste Retrospektive der international renommierten Künstlerin Dayanita Singh, die mit ihrem Werk eine singuläre Position innerhalb der fotografischen Tradition einnimmt. Singh arbeitet mit Fotografie, durch ihren konzeptuellen und performativen Zugang versucht sie aber stets, die Grenzen des Mediums auszuloten. Singh hat im Laufe der letzten 40 Jahre zahlreiche Motive in ihren meist schwarzweißen Fotografien festgehalten. Sie lassen ihre langjährige Beschäftigung mit indischer Musik, mit der Veränderung der indischen Gesellschaft, mit Freundschaften, Geschlechterrollen und vieles mehr greifbar werden. Dennoch geht es dabei nie um das einzelne Bild, sondern um die Beziehungen, die zwischen den Aufnahmen entstehen.
Ihr großes Bildarchiv dient Singh als Ausgangspunkt der künstlerischen Beschäftigung. Hier versammelt sie ihre Fotografien, die formale Ähnlichkeiten aufweisen, aber Räume und Menschen zeigen, die örtlich und zeitlich teilweise weit voneinander getrennt sind. In verschiedenen Formaten – Bücher, Collagen, modulare Strukturen aus Holz – führt sie diese Fotografien immer wieder neu zusammen und trägt dabei der Beweglichkeit des Mediums Rechnung. Die Verbindungen, die sie zwischen den Bildern herstellt, sind nie abgeschlossen.

Die Ausstellung „Radio Free Europe. Stimmen aus München im Kalten Krieg“ in der Galerie Einwand des Münchner Stadtmuseums mit einem Modul im Foyer des Jüdischen Museums gibt anhand von fünf bewegten Biografien Einblick in das Leben von Mitarbeitenden der Radiosender „Radio Free Europe“ und „Radio Liberty“. Ob am Mikrofon oder hinter den Kulissen – durch die vielfältigen Lebensgeschichten entsteht ein vielstimmiges Bild der Sender von den Anfängen in den 1950er Jahren bis in die 1990er Jahre.
In der Galerie Einwand und im Foyer des Jüdischen Museums München kommen Zeitzeug*innen in Video-Interviews zu Wort. Fotos und Dokumente veranschaulichen ihren Weg nach München und ihre Arbeit für die US-amerikanische Militärregierung im Kalten Krieg. Viele wirkten im Hintergrund – zum Beispiel als Redakteure, Techniker oder als Analysten bei der Auswertung osteuropäischer Nachrichten. Graphic Novels, die in Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung in Ulm entstanden sind, geben Einblicke in entscheidende Momente aus dem Leben der ehemaligen Mitarbeitenden. Sie zeigen, wie das Ringen um Zugehörigkeit, Loyalität, Liebe und Anerkennung ihr Leben im München der Nachkriegszeit prägte.

Dass der Ursprung aller Dinge im Wasser liegt, wusste schon der ionische Naturphilosoph Thales um 600 v. Chr. Flüsse waren Lebensadern der antiken Welt. An ihren Ufern entwickelte sich die menschliche Zivilisation, entstanden Königreiche und Städte. Sie wurden als heilbringende Götter verehrt, aber wegen ihrer gewaltigen, alles zerstörenden Kräfte auch gefürchtet, ob im Zweistromland, Ägypten oder römischen Kaiserreich. Flüsse verbanden als Handelswege und trennten als Grenzen, sie spendeten Fruchtbarkeit in der Landwirtschaft und Viehzucht und schenkten den Menschen den Fisch als Nahrung. Dafür verlangten sie kultische Opfer. Flüsse werden auf Reliefs, Edelsteinen und Münzen, insbesondere der kleinasiatischen Städte abgebildet, in Gedichten gefeiert und mit Weihinschriften geehrt. In der Ausstellung Flussgötter auf antiken Münzen Kleinasiens (Bis 28.02. 2023) in der staatlichen Münzsammlung gilt es diese Münzen zu entdecken und in die Antike einzutauchen.

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