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Die interessantesten Ausstellungen im November

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Das Kunstlabor in der Landsberger Straße

Temporäre Streetart und historisches Gedenken - unsere Ausstellungstipps für die kommenden Wochen...

An der Landsberger Straße 350, da wo früher der Tengelmann-Hauptsitz war, gibt es seit kurzem Urbane und Zeitgenössische Kunst zu sehen.

Das sieht man schon von Weitem, denn links an der Fassade versucht sich ein junges Paar über sechs Stockwerke hinweg zu stabilisieren. Sie steht aufrecht und hält ihn, der kopfüber hängt, an seinen Beinen fest, während er sich an ihren Beinen festhält. Balance- und Kraftakt zugleich. Kunstlabor (Do bis So 14 bis 22 Uhr, verlängert bis Ende Januar 2019) heißt das vom Museum of Urban and Contemporary Art (muca) organisierte Zwischenspiel in dem leeren Gebäude. Bis Dezember darf man bleiben, dann wird abgerissen und neu gebaut. Schade? Ja, schon. Andererseits: Nichts währt ewig, und gerade Streetart definiert sich ja durch temporäre Präsenz im öffentlichen Raum. Plötzlich ist sie da und irgendwann auch wieder weg. Aber jetzt sind sie erstmal da, 50 internationale Künstler, die 5.000 Quadratmeter Außen- und Innenfläche bemalen, besprühen, bekleben. Einige Arbeiten sind bereits fertig, an manchen wird noch gearbeitet und andere entstehen erst noch. Work in progress quasi.

Und weil das Wetter gerade so schön und mild ist, bleiben wir noch kurz draußen auf der Kunstinsel am Lenbachplatz stehen. Franka Kaßner hat an der Münchner Akademie studiert, lebt derzeit in Leipzig, und von November 2018 bis Mai 2019 erinnert die Stadt München mit einem großen Programm an die Revolution vom 7. November 1918 und die Ausrufung des Freistaats Bayern. Die Revolution führte der unabhängige Sozialdemokrat Kurt Eisner an, der am 21. Februar 1919 ermordet wurde, kurz bevor er seinen Rücktritt bekannt geben wollte. 105 Tage hielt er sich an der Spitze des Volksstaates Bayern und kämpfte für die Demokratie. „1918 | 2018. Was ist Demokratie?“ heißt das Motto der Veranstaltungsreihe mit Lesungen, Theater und Performances, Konzerten, Filmen, Rundgängen und natürlich auch Ausstellungen.

Machtwechsel (8. November bis 7. Juli) heißt zum Beispiel eine Ausstellung im Stadtarchiv und zeigt Plakate, Flugblätter und Schlagzeilen zur Revolution und Rätezeit – damals die schnellste und effektivste Möglichkeit der Information und Kommunikation.

Die Ausstellung Die Freiheit erhebt ihr Haupt  (30. Oktober bis 24. November) in der Rathausgalerie zeigt Exponate von mehr als 100 Künstlerinnen und Künstlern, ergänzt um ein historisches Kabinett mit Faksimiles und Originalen, die während der Revolutionszeit in München entstanden sind.

Und die Pasinger Fabrik schaut Richtung Osten und beleuchtet mit Ukraine: Learning from a good neighbour 1918 – 2018 (bis 18.11.) die Herausforderungen des nachbarschaftlichen Verhältnisses zur Ukraine. Dieses Kunstprojekt widmet sich den Folgen des demokratischen Aufbruchs in der Ukraine, es fragt nach dem Erbe des Euromaidan, der „Revolution der Würde“ von 2014, und was die ukrainische Gesellschaft, aber auch wir als Nachbarn, davon lernen können. Der gleichzeitige historische Blick auf die Revolutionen von 1918, 1990/91 und 2004 reflektiert wiederkehrende Schemata und das Auflehnen gegen eine übermächtige Staatsmacht. Und das ist erst der Anfang.

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