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Die interessantesten Ausstellungen im September

Various Others

Jetzt schon mal den Kunstauftakt planen und die Jungen besuchen

OPEN art

Jaaaaa, das ist super, jaaaaa, das macht Spaß, Einsteigen bitte, gleich heben wir ab, gleich geht’s los ... Natürlich muss man sich das mit näselnd elektronisch verstärkter Stimme vorstellen, die wellenförmig auf- und abschwillt, unterlegt mit 1980er-Synthiebeats. Yeah. 

Nein, es ist noch nicht Wiesn – aber sowas ähnliches. Die Münchner Kunstszene feiert ihren jährlichen Auftakt und das tut sie zum sage und schreibe 31. Mal mit einem äußerst ereignisreichen Wochenende. Also bitte jetzt schon entsprechend planen und im Kalender vermerken. Vom 13. bis zum 15. September ist OPEN art (Freitag 18 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr). Einen Abend und zwei Tage lang zeigen 65 Münchner Galerien, was sie zu bieten haben und einige Museen und Institutionen sind auch dabei, von A wie Ambacher Contemporary über P wie Galerie Jan Pfefferle bis V wie Villa Stuck. Wer jetzt schon mal sondieren möchte, was ihn im Detail erwartet, kann entweder gepflegt online (alle Infos hier: openart.biz) stöbern oder sich einen der ausliegenden Kataloge holen. 

Und wer nichts dem Zufall überlassen möchte, stellt sich unter myartwalk.de vorab einen Kunstspaziergang zusammen. Oder meldet sich für einen der Rundgänge an, die Stadtviertelweise die Galerien abklappern. So kann man sich bequem und unter fachmännischer Leitung einen Überblick verschaffen (Samstag und Sonntag, jeweils um 11, 14 und 16 Uhr, die Teilnehmerzahl pro Gruppe ist auf 20 beschränkt.) Die Tickets für zehn Euro gibt es am Infostand an der Kasse der Kunsthalle Hypo-Kulturstiftung oder direkt zu Beginn der Führungen in der jeweiligen Galerie. Was man sonst noch wissen muss? Los geht es am Freitag um 16 Uhr in der Galerie Thomas mit Livemusik und einem Grußwort des Kulturreferenten. So richtig los geht es dann aber erst um 18 Uhr, wenn die Ausstellungen in allen teilnehmenden Galerien eröffnet werden.

Various Others / Markus Lüpertz: Über die Kunst zum Bild

Und dann gibt es noch die Anderen, die sich Various Others (12. September bis 13. Oktober) nennen. Wer letzten Herbst nicht mitbekommen hat, was dieser umtriebige Verbund aus Galerien, Off Spaces und Museen möchte: Es geht darum, Verbindungen zu schaffen – inhaltlich und geografisch. Jetzt, im zweiten Jahr, beteiligen sich 22 Münchner Kunstorte mit zeitgenössischen Positionen. Dazu kommen Gäste aus aller Welt. Insgesamt 18 Galerien und Projekträume aus London, Rom, New York, Shanghai oder Köln wurden eingeladen und zeigen gemeinsam mit ihren Gastgebern konzipierte Ausstellungen. 

Schön, dass München sich zunehmend internationalisiert. Auch das Lenbachhaus, die Sammlung Goetz, das Haus der Kunst und die Villa Stuck sind Teil des Opening Weekend, an dem sich Artist Talks, Soiréen und Vernissagen abwechseln (alle Infos hier: variousothers.com). Erster Programmpunkt am Donnerstag, den 12. September, ist die Eröffnung der Ausstellung Markus Lüpertz: Über die Kunst zum Bild (13. September bis 26. Januar) im Haus der Kunst. Hier sieht man schon, wie ernst die Verzahnung zwischen öffentlichen Häusern und der Initiative gemeint ist. 

Und ja, es gibt Überschneidungen mit der OPEN art, aber die sind gewollt, denn Various Others verstehen sich nicht als Konkurrenzveranstaltung, sondern als inspirierende Erweiterung. Und so sind viele Galerien wie die Barbara Gross Galerie, die Galerie Jahn und Jahn oder die Galerie Sabine Knust ganz einfach doppelt gelistet. Was einem aber herzlich wurscht sein kann, weil man ja wegen der Kunst kommt und nicht wegen irgendwelcher Dachnamen.

DEBUTANTiNNEN

Und dann schauen wir noch bei den DEBUTANTiNNEN (bis 2. Oktober) in der Galerie der Künstler vorbei, drei sind es. Neringa Vasiliauskaitė hat eine Installation gebaut, die sich wie eine Art Laufsteg im Raum verteilt und sich mit den Oberflächen der Objekte auseinandersetzt. Adrian Sölch verteilt Bruchstücke aus Ton im Raum – Fragmente, die zuvor vollständig gewesen sind. Dazu ein Film, der Baustellen mit Ruinen kombiniert und auf der Tonspur anhand des Kolosses von Rhodos Männlichkeitsideale in Frage stellt. Max Weisthoff schließlich erforscht die Beschaffenheit von Körpern und experimentiert mit performativen Skulpturen. Jaaaaa, das ist super, jaaaaa, das macht Spaß, also bitte hingehen.

Autorin: Barbara Teichelmann

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