Ausstellungen

Die interessantesten Ausstellungen im Oktober

Fotodoks! von 16. bis 20. Oktober in der Lothringer13_Halle

Videokunst, 40 Jahre Vogue, Dokumentarfotografie, ein privater Präsident und ein indischer Architekt

Videodox

Es ist Herbst, und das bedeutet, dass es mindestens so viel zu sehen gibt, wie Kastanien von den Bäumen fallen. Also einiges. Legen wir gleich los mit der Videokunst Biennale in der Galerie der Künstler. Zum 3. Mal präsentiert Videodox – das ist die Videosektion des internationalen Filmfestivals Underdox – aktuelle Videokunst aus Bayern, und am Ende vergibt eine dreiköpfige Fachjury den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis (Preisverleihung am Samstag, 19. Oktober um 18 Uhr, alle Termine unter: underdox-festival.de). Nominiert sind 13 Künstler*innen, deren Arbeiten mit der Vielfalt medialer Möglichkeiten spielen, dazu kommen Installationen und eine Live-Performance. Auch wer noch nicht weiß, dass er sich für Videokunst interessiert, sollte dringend hingehen. Zum Beispiel zu einer der Führungen mit dem Kurator Matthias von Tesmar, bei der auch alle nominierten Künstler anwesend sein werden (Samstag, 12. Oktober um 11 Uhr und Sonntag, 13. Oktober um 15 Uhr).

Ist das Mode oder kann das weg!? 40 Jahre Vogue Deutschland

Was passiert, wenn ein Modemagazin 40 wird? Dann gibt es eine Ausstellung in der Villa Stuck! Ist das Mode oder kann das weg!? 40 Jahre Vogue Deutschland (10. Oktober bis 12. Januar) erzählt die Geschichte eines der einflussreichsten Modemagazine der Welt. 1892 in den USA gegründet, erschien die erste deutsche Ausgabe erstmals von 1928 bis 1929 in Berlin. Dann gab es eine lange Pause, und seit August 1979 wird das Hochglanzmagazin monatlich vom Condé Nast Verlag in München herausgegeben. Obwohl die Jubiläumsausstellung in der Vergangenheit schwelgt und stilbildende Modeshootings und wichtige Reportagen zeigt, thematisiert sie auch, wie Mode-Journalismus heute erlebbar wird – digital, audiovisuell oder als Event. Karl Lagerfeld ist auch da, der im Februar verstorbene Modedesigner hat einen Raum für sich, wo man einen seiner ersten Entwürfe aus dem Jahr 1954 und ein Haute-Couture-Kleid aus seiner letzten Kollektion für Chanel bewundern kann. Dazu kommen Kreationen von Viktor&Rolf, eine Installation der britischen Designerin Priya Ahluwalia und Arbeiten, die speziell für die Ausstellung entwickelt wurden. Schon mal vormerken: Am Mittwoch, den 23. Oktober führt die amtierende Chefredakteurin der deutschen Vogue, Christiane Arp, durch die Ausstellung. Weitere Führungstermine mit anderen Vogue-Mitarbeitern gibt es hier: villastuck.de.

Fieberhalle

Wir bleiben noch kurz in der Villa Stuck und gehen in die Fieberhalle (Vernissage am Mittwoch, 16. Oktober um 19 Uhr, 17. Oktober bis 12. Januar), eine speziell für das Ateliergebäude konzipierte Ausstellung des Münchner Künstlerduos M+M. Marc Weis und Martin De Mattia haben aktuelle Filmzyklen zu einer labyrinthischen Gesamtinstallation montiert, so dass man sich über eine gerüstartige Struktur frei durch die drei Ebenen des Gebäudes bewegt. So entsteht ein „Haus der Erzählung“. Hingehen. M+M sind immer sehenswert.

Hope, Never Fear. Michelle und Barack Obama zwischen Öffentlichkeit und Privatleben

Es war einmal ein Land, dessen Präsident Barak Hussein Obama hieß. Zwei Jahre ist das her, gefühlt sind es mindestens fünf. Die Ausstellung Hope, Never Fear. Michelle und Barack Obama zwischen Öffentlichkeit und Privatleben (13. Oktober bis 1. März, Katalog) im Amerikahaus erinnert an diese Zeit – und zwar mit Bildern der preisgekrönten US-amerikanischen Fotografin Callie Shell. Sie hat über 400.000 Bilder von Barack Obama gemacht, angefangen in seiner Zeit als US-Senator und während seiner Präsidentschaftskampagne. Weil sie Zugang hinter die Kulissen hatte, konnte sie ganz private Momente festhalten. Gezeigt wird eine Auswahl von 66 Bildern, darunter viele bisher unveröffentlichte. Wer Callie Shell live erleben möchte, kann das bei der Vernissage (Freitag, 11. Oktober um 19 Uhr) und bei einem Künstlergespräch (Samstag, 12. Oktober um 11 Uhr).

Fotodoks!

Yeah, it’s Fotodoks! Alle zwei Jahre präsentiert ein Kuratorenteam „... eine beispielhafte und konzentrierte Auswahl von fotografischen Positionen, die ökonomische, soziale wie gesellschaftspolitische Machtverhältnisse beleuchten und vermeintliche ‚Wahrheiten‘ in Frage stellen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass sich die zum viertägigen Festival (16. bis 20. Oktober, alle Infos unter: fotodoks.de) gehörige Fotoausstellung Vis-à-vis (Vernissage am Mi 16. Oktober um 18 Uhr, bis 24. November) in der Lothringer13_Halle dieses Jahr mit unserem Nachbarn Frankreich beschäftigt. Übergreifendes Thema ist die vermeintlich einfache und doch so komplexe Situation der Begegnung. Die Arbeiten der 15 eingeladen en Fotograf*innen aus Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten ganz unterschiedliche Perspektiven. Sie erforschen Machenschaften von Großkonzernen, verfolgen Spuren, die postkoloniale, imperialistische und kapitalistische Strukturen zeichnen, erzählen von Politik und Tradition, von gesellschaftlichen Werten und Geschlechterzuordnungen. Bitte hingehen und die Begegnung suchen.

Balkrishna Doshi. Architektur für den Menschen

Balkrishna V. Doshi (geb. 1927) ist ein indischer Architekt, Städteplaner und Lehrer. 2018 wurde er für die Vielzahl und Vielfalt seiner Projekte mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet. Seit den 1950er Jahren hat er mehr als 100 Gebäude realisiert, darunter Verwaltungs- und Kultureinrichtungen, Siedlungen und Wohnhäuser. Mit der Ausstellung Balkrishna Doshi. Architektur für den Menschen (Vernissage am Mittwoch, 16. Oktober um 19 Uhr, 17. Oktober bis 19. Januar) in der Pinakothek der Moderne feiert das Architekturmuseum der TU München sein Lebenswerk mit Originalzeichnungen, Architekturmodellen, Plänen, Malereien, Fotografien, Filmen und begehbaren Rauminstallationen. 

Die Lange Nacht der Münchner Museen

Zum Schluss noch ein Termin: Am 19. Oktober findet zum 20. Mal Die Lange Nacht der Münchner Museen (19 bis 2 Uhr, Ticket 15 Euro, alle Infos unter: muenchner.de/museumsnacht) statt. Über 90 Museen, Sammlungen, Galerien und historische Orte sind dabei, es gibt jede Menge Zusatzprogramm – und natürlich Shuttlebusse.

Autorin: Barbara Teichelmann

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