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Die ersten interessanten Ausstellungen im August

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Pandora's Box Opened bis 18. August in der whiteBOX

Künstliche Intelligenzen, antike Schwarzmalerei und Raumforderungen

Pandora’s Box Opened

Alles, wirklich alles, wäre anders, wenn Pandora die von Zeus geschenkte Büchse nicht geöffnet hätte. Mühe, Krankheit und Tod wären uns erspart geblieben und dazu noch sämtliche Laster. Das muss man sich mal vorstellen. Das kann man sich nicht vorstellen. Nur die Hoffnung ist in der Büchse geblieben. 

Obwohl Nietzsche da anderer Ansicht war und meinte, dass gerade die Hoffnung entwichen und das größte Übel von allen sei. Wie auch immer, seit diesem Büchsenfall ist die Welt so, wie sie ist, und wir müssen uns in ihr zurechtfinden. Pandora’s Box Opened (bis 18. August) heißt die dritte Ausstellung des Medienkünstlers Benjamin Jantzen, der seit 2016 auch als Kurator für die whiteBOX tätig ist. Zu sehen gibt es Kunst, die von künstlicher Intelligenz geschaffen wurde. 

Eine tagesaktuelle Übersicht über alle Ausstellungstermine auf events.in-muenchen.de

Es geht also um die digitale Büchse, die wir längst geöffnet haben, und da Pandora nicht gezeugt und geboren, sondern von Hephaistos aus Lehm geknetet wurde, könnte man auch sie als Androiden bezeichnen. Eine direkte Verwandte wäre dann wohl Sophia, die als erster humanoider Roboter 2017 eine Staatsbürgerschaft zugesprochen bekam. Als sie kurz darauf in einem Interview gefragt wurde, ob sie Menschen zerstören möchte, antwortete sie „Ok, ich werde Menschen zerstören“. Klingt nicht gerade beruhigend, war dann aber nur ein Bug, den man wohl beheben kann. 

Dennoch, immer mehr Algorithmen treffen immer mehr Entscheidungen für uns, da kann man sich schon mal fragen, wie wir mit den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz umgehen wollen. Jantzen hat Arbeiten von fünf Medienkünstlern ausgewählt: Timo Dufner ist Musiker, Medienkünstler, Informatiker, und testet mit seinen Arbeiten die Grenzen von Hard- und Software aus. Fehler, sogenannte Glitches, nimmt er dabei bewusst in Kauf. Das Video „2001: A Picasso Odyssey“ (2016) von Bhautik Joshi bekam die Auszeichnung „Best Art/Experimental Film“ beim AHITH Festival 2017 in San Francisco und ist jetzt in der White Box zu sehen. 

Martin Backes studierte Media Art & Design und Klangkunst an der Universität der Künste in Berlin und spielt in seinen Arbeiten mit der Schnittstelle zwischen physikalischer und digitaler Welt. Kyle McLean arbeitet als Medienkünstler und unabhängiger Forscher und lebt derzeit im Königreich Bhutan im Himalaya. Ihn beschäftigt unser symbiotisches Verhältnis zur Technologie. Aus dem Bereich der Licht- und Videokunst kommt Swen Seyerlen. Um ein bestimmtes, visuelles Ziel zu erreichen, programmiert er seine eigenen Werkzeuge und begibt sich so auch auf Spurensuche nach künstlicher Intelligenz. Hingehen und reinschauen – in die offene Box.

Black is beautiful. Griechische Glanztonkeramik

Schwarz ist ja keine Farbe, aber trotzdem ziemlich beliebt. Und das nicht erst seit gestern, sondern bereits seit der Antike. Die Sonderausstellung Black is beautiful. Griechische Glanztonkeramik (bis 6. Januar) in den Antikensammlungen stellt die schlichte Eleganz rein schwarz bemalter, griechischer Tongefäße in den Mittelpunkt und setzt so einen Gegenpol zur landläufigen Meinung, dass griechische Keramik figurenreich und farbig bemalt sei. Also bitte hingehen und das eigene ästhetische Formempfinden updaten.

#EXIST. Die ganze Stadt – eine Baustelle

Wohnen Sie oder zahlen Sie nur noch? Eine berechtigte Frage, vor allem in München, wo sich die Mietpreisspirale ins Unendliche zu schrauben scheint, und fein raus ist, wer erbt oder im Lotto gewinnt. Der Rest versucht, eine Wohnung ohne Staffelmiete zu ergattern und bewegt sich ab dann nicht mehr. Absurde Quadratmeterpreise, Luxussanierungen, Leerstände ... die Medien sind voll davon, aber ändern tut sich aufreizend wenig. Mit der Initiative #EXIST – Raum für Kunst in München (exist-space.de), organisiert durch den BBK, fordern Münchner Künstler und Künstlerinnen bezahlbare und lebenswerte Wohn- und Gewerberäume. Die Ausstellung #EXIST. Die ganze Stadt – eine Baustelle (bis 18. August) in der Galerie der Künstler zeigt künstlerische Positionen, die sich mit Raum, Raumforderung und Raumreflektion beschäftigen. Wichtiges Thema. Für uns alle.

Autorin: Barbara Teichelmann

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