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Fokus Polen: Ausstellungen und Bildband

Jan Matejkos „Stanczyk“
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Jan Matejkos „Stanczyk“

Bis 7. August gibt es in der Ausstellung „Stille Rebellen“ in der Kunsthalle München Werke polnischer Künstler und Künstlerinnen des Symbolismus zu entdecken. 

Mehr als 130 herausragende Kunstwerke aus öffentlichen und privaten Sammlungen werden in der Kunsthalle München in der Ausstellung „Stille Rebellen. Polnischer Symbolismus um 1900“ präsentiert. Dies ist die erste große Präsentation von polnischer Malerei um 1900 in Deutschland und sie steht unter der Schirmherrschaft des polnischen Präsidenten Andrzej Duda und von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Bestaunt werden können die Werke der größten polnischen Künstler und Künstlerinnen der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Werke stammen u.a. aus den Sammlungen des Nationalmuseums in Warschau, des Nationalmuseums in Krakau, des Nationalmuseums in Posen, der Raczyński-Sammlung und vielen anderen.

Viele polnische Künstlerinnen und Künstler griffen in ihren Bildern alte Sagen und Legenden auf und kreierten auch selbst neue Mythen. Von großer Bedeutung war zum Beispiel die Mythisierung der heimatlichen Landschaft und des bäuerlichen Lebens: Die ursprüngliche slawische Kultur suchte man bei den Hochlandbewohnern des Tatra-Gebirges ebenso wie bei den ukrainisch sprechenden Huzulen aus den Ostkarpaten mit ihren Sitten und Bräuchen.

Die Ausstellung lädt dazu ein, die bemerkenswerte Kunst und Kultur unseres Nachbarlandes Polen um 1900 zu entdecken – einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche und ästhetischer Neuerungen. Es gilt, Künstlerinnen und Künstler der Bewegung »Junges Polen« wie Jan Matejko, Jacek Malczewski, Olga Boznańska oder Ferdynand Ruszczyc kennen zu lernen, deren Meisterwerke nicht nur zu den größten Kulturschätzen Polens zählen, sondern auch einen bislang zu wenig beachteten, aber bedeutenden Bestandteil der europäischen Kunst der Jahrhundertwende darstellen.

„Diese Ausstellung erzählt eine Geschichte über Polen, polnische Kultur und Identität. (…) Ihre Bilder gaben den Polen, was auf der politischen Bühne fehlte – eine gemeinsame Identität. Polnische Künstler, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert lebten, verdienen es, wie ihre europäischen Kollegen, in den Lehrbüchern der Weltkunstgeschichte präsent zu sein“, so der polnische Kulturminister Piotr Glinski. Gerade in Zeiten der russischen Invasion der Ukraine bekomme die Ausstellung mit ihren verhandelten Kultur- und Identitätsfragen eine neue, brandaktuelle Dimension.

Zur Ausstellung ist ein beeindruckender Bildband im Hirmer Verlag, der dieses im Westen bislang unterschlagene Kapitel europäischer Kunstgeschichte interessant aufarbeitet und in hochwertigem Druck auch zuhause erfahrbar macht.

Weitere Infos zur Ausstellung finden Sie hier.

Autor: Franz Furtner