Kunst im Stadtbild

Engagierte Kunst in München: VideoArt4Future 

BettyMü
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BettyMü

Kunst am Puls der Zeit: Mit VideoArt4Future – The Container Project treibt die Künstlerin BettyMü die Besucher*innen zur Selbstreflexion. Vom 20. – 31.10. in Moosach.

Endlich ist die Bundestagswahl durch und wir müssen uns nicht mehr mit dem öden Klimawandel und Naturschutz beschäftigen! Von wegen: Abgeholzte Regenwälder, qualvolle Tierhaltung, Dürre, Überschwemmungen und verpestete Weltmeere sind immer noch schrecklich aktuell.  Die tägliche kompakte Informationsflut stumpft das Empfinden ab. Die Schreckensszenarien ereignen sich irgendwo und greifen selten direkt ins eigene Lebensumfeld ein.

„VideoArt4Future“ ist der Auftakt für ein längerfristig angelegtes Umweltschutz-Kunstprojekt, das deutschlandweit Station machen soll. Die Designerin und bildende Künstlerin BettyMü (Bettina Müller) lenkt mit eindrucksvollen, dabei hochästhetischen Bildern die Aufmerksamkeit auf das Problem der Umweltzerstörung.
Der Kunstraum ist ein überall flexibel platzierbarer Container, in dem Menschen und ihre Umwelt verschmelzen: die Besucher*innen mit den Bildern, die sie betrachten, ebenso wie die Personen auf den Videobildern mit der Containerwand. Von 20. - 31.10. macht der Container Halt am Moosacher St.Martins-Platz. In einem verspiegelten „Infinity-Raum“ wird den Betrachter*innen der Spiegel vorgehalten. Nichts steht für sich allein, am Ende ist alles eins. „VideoArt4Future“ ruft gemischte Gefühle hervor und brennt sich ins Bewusstsein ein. Viel Zeit zum Handeln bleibt nicht mehr, wenn die Erde noch ein paar Generationen mehr ertragen soll. „Nach mir die Sintflut“: keine Option für Betty Mü.

Bewusstseinserweiterung im Container

In einem abgedunkelten Container, der innen komplett mit Spiegeln abgeklebt ist, läuft als Endlos-Loop ein ca. dreiminütiges Video: Bilder von Landschaften und Menschen, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Deep Learning (GAN) erstellt und manipuliert wurden. Im Zentrum steht die Frage „Was hast Du damals fürs Klima getan?“. Diese Frage wird mit verschiedenen Zitaten von Personen und Melodien als Soundcollage abgespielt. Betty Mü nutzt einen Aufruf über ihre Social-Media-Kanäle sowie gesammelte Aussagen aus der Echokammer des Internet und lässt diese polarisierend aufeinanderprallen. Verstörende Bilder von Verschmutzung, Ignoranz und Verschwendung treffen auf die Alternative einer intakten Welt. „Der Betrachter ist Teil der Installation und steht inmitten eines sich immer wieder spiegelnden Raumes. Der bewusstseinserweiternde Effekt löst den Besucher aus seiner primären Realität und zieht ihn in die Tiefe seiner psychedelischen Sinneswelt“, sagt Betty Mü. Im Idealfall führt der Aufenthalt in ihrem Container dazu, eigene Verhaltensweisen in Frage zu stellen – und sie zu ändern.

VideoArt4Future - Staunen im Container

Bettina Müller aka BettyMü

Die Designerin und Bildende Künstlerin Betty Mü entwickelt seit über 15 Jahren Fassaden- und Raummappings. In ihren Videoinstallationen verbindet sie konkrete Bildinhalte mit außergewöhnlichen Materialien und Projektionsflächen, geprägt von einer ebenso humorvoll-poetischen wie technisch ausgereiften künstlerischen Handschrift. Betty Mü entwickelt zum einen eigene Kunstprojekte, zum anderen realisiert sie Videoinstallationen im Auftrag von Museen, Messen und Unternehmen. Bei ihrem bislang größten Projekt „Das Kunstareal verbindet“ bespielte sie im vergangenen Winter die Gebäude zwischen Königsplatz und Pinakotheken mit ihren Projektionen und setzte so ein Zeichen für die Kunst in Corona-Zeiten.

Mittwoch, 20. Oktober, 17.00: Eröffnung des Kunst-Containers mit Betty Mü und Ánh Nguyen (Projektleitung)
Donnerstag, 21. bis Sonntag, 31. Oktober 2021
täglich 15 – 22 Uhr
St.-Martins-Platz, München-Moosach
Eintritt frei

https://www.videoart4future.com

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