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Ausstellung in München: 60 Jahre Marvel Comics Universe 

The Amazing Spider-Man im Amerikahaus
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The Amazing Spider-Man im Amerikahaus

Eine schöne Ausstellung im Amerikahaus widmet sich dem Marvel Age of Comics seit 1961

1961 wurde John F. Kennedy US-Präsident, Alan Shepard flog als erster Amerikaner ins Weltall, Captain America feierte sein 20jähriges Jubiläum  - und der Verlag Marvel Comics wurde gestartet. Dieser ging aus dem 1939 von Martin Goodman gegründeten Verlag Timely Comics hervor, der während des Zweiten Weltkriegs die Hefte von patriotischen Superhelden wie eben Captain America, Human Torch, Namor der Sub-Mariner oder Patsy Walker veröffentlichte. In dieser schwierigen, auch in Amerika von Entbehrungen geprägten Zeit, gab es insgesamt 160 verschiedene Superheldentitel von mehr als zwei Dutzend Verlagen mit einer Gesamtauflage von 300 Millionen Heften und einem jährlichen Umsatz von 30 Millionen Dollar. Nach dieser „goldenen Zeit“, wie sie beim DC Verlag genannt wird, und die ca. von 1938 bis 1956 dauerte, sanken Auflage und Stellenwert der Comics, die Gründung einer Aufsichtsbehörde (CCA) diente der Zensur des Mediums, auch McCarthy und seine Erzkonservativen zog gegen die bunten Hefte zu Felde, die angeblich die Jugend verderben würden.

Auf und ab bis ins neue Jahrtausend

In den frühen 1960er Jahren setzte Goodman mit dem neu gegründeten Marvel Verlag wie auch die Konkurrenten von DC Comics auf einen erneuten Aufschwung der Superhelden, der bis in die 1970er hinein dauerte. Neben The Fantastic Four von Stan Lee und Jack Kirby gehörten The Amazing Spider-Man, The Avengers, The Hulk, Daredevil, Journey Into Mystery (Thor), Strange Tales (zunächst Human Torch, später Dr. Strange sowie Nick Fury: Agent of S.H.I.E.L.D.) und The X-Men zu den beliebtesten Titeln des Hauses. Zu den bekanntesten Zeichnern und Autoren gehörten Steve Ditko, Werner Roth, John Romita sr. Und Bill Everett. Der Verlag manövrierte sich mal mehr, mal weniger erfolgreich durch die 1970er und 1980er Jahre, in den Neunzigern stand er sogar kurz vor der Pleite. 2009 wurde Marvel von Disney aufgekauft, im Zuge der Digitalisierung 2012 völlig neu strukturiert. Der Erfolg wurde auch an den Kinokassen sichtbar: die Disney-Marvel-Comic-Verfilmungen wie X-Men und diverse Spin-offs sind Blockbuster ohne jeden Vergleich.

In der von Comicfachmann Michael Kompa kuratierten Ausstellung im Amerikahaus sind noch bis 30. September über 180 Originalzeichnungen, Briefe und seltene Exponate von herausragenden Zeichnern wie Jack Kirby, Steve Ditko, John Buscema, Sal Buscema, Don Heck, John Romita Sr., John Romita Jr., Bob Layton, Todd McFarlane, Bill Sienkiewicz, George Perez, Alex Ross, Joe Quesada, Mike Zeck und vielen weiteren zu sehen. Die Comiczeichnungen aus sechs Jahrzehnten zeigen die Geschichte und die Entwicklung der populärsten Superheld*innen, aber auch weniger bekannte Charaktere. Die Comics vermitteln im Subtext oft einen Zeitgeist und soziale und politische Entwicklungen. Sie offenbaren aber auch die Authentizität und die menschlichen Schwächen ihrer Protagonist*innen, die zwar einer realen Welt zu entstammen scheinen, aber oft mit ihren Superkräften hadern. Superhelden – Menschen wie du und ich. 

60 Jahre Marvel Comics Universe, Amerikahaus, Karolinenplatz 3; 80333 München; Tel.: 089/55 25 37-0; Mo-Fr: 16 bis 20 Uhr; Sa, So 10 bis 18 Uhr; www.amerikahaus.de

Autor: Rainer Germann

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