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12 Monate – 12 Namen: Im Juli im Jüdischen Museum

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Von: Franz Furtner

Amitzur Shapira beim Weitsprung
Amitzur Shapira beim Weitsprung © Privat

50 Jahre nach den Olympischen Spielen in München wird 2022 ganzjährig an das Olympia-Attentat vom 5. - 6. September 1972 erinnert.

Jeden Monat steht dabei ein Opfer im Mittelpunkt des Gedenkens. Konzipiert und koordiniert wird das Erinnerungsprojekt vom Jüdischen Museum München in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum München und dem Generalkonsulat des Staates Israel.

Zum Auftakt erinnerte das Amerikahaus im Januar mit einer Fassadeninstallation an den Gewichtheber David Berger, der in Cleveland, Ohio aufwuchs, 1970 nach Israel übersiedelte und 1972 Mitglied der israelischen Olympia-Mannschaft wurde.
Im Februar erinnerte die Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern an den Münchner Polizisten Anton Fliegerbauer, der auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck erschossen wurde.

Das Bauernhofmuseum Jexhof im Landkreis Fürstenfeldbruck widmete sich im Marz der Biografie des Gewichthebers Ze‘ev Friedman. Im April erinnerte das Deutsche Theater ― die israelische Mannschaft besuchte dort am Vorabend des Attentats eine Aufführung des Musicals „Anatevka“ ― an den Kampfrichter der Ringer Yossef Gutfreund. Der Landkreis Fürstenfeldbruck erinnerte im Mai an den Freistil-Ringer Eliezer Halfin, den Gewichtheber Yossef Romano und seinen Kollegen David Mark Berger, Ze‘ev Friedman und Yakov Springer (Kampfrichter) zu Ehren wurde im Juni in Fürstenfeldbruck ein Gedächtnisturnier im Gewichtheben ausgerichtet.

Was passiert im Juli?

Das Jüdische Museum München erinnert im Juli mit eine Fassadeninstallation an den getöteten Leichtathletiktrainer Amitzur Shapira. Der Vater dreier Söhne und einer Tochter engagierte sich seit den Olympischen Spielen in Tokyo 1964 als Trainer israelischer Olympionik*innen. In München betreute er Israels größte Medaillenhoffnung Esther Shahamorov, der besten Läuferin in der Geschichte des Landes. Mit Shahamorovs Qualifikation für das Finale im Hürdenlauf geht für Shapira ein Lebenstraum in Erfüllung. Doch noch bevor sie starten kann, werden er und seine Kollegen von den Terroristen des Olympia-Attentates 1972 überfallen. Amitzur Shapira wird getötet und Esther Shahamorov begleitet den Sarg ihres Trainers nach Israel, anstatt ihren gemeinsamen Traum von den Olympischen Spielen leben zu können.

Die Fassadeninstallation am Jüdische Museum München stellt Amitzur Shapira als leidenschaftlichen Sportler, Trainer und Familienmenschen vor.

Das Jüdische Museum München begleitet das Erinnerungsprojekt ganzjährig zudem auf seinem Blog und auf seinen Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #OlympiaAttentat72.

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